Antrag auf DB- Haltepunkt „Paderborn-Rosentor“ / Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) „macht Dampf“, 06.01.1991

Der Paderborner Wochenspiegel berichtete am 6. Januar 1991 über einen Bürgerantrag der ÖDP an die Stadt Paderborn.

Die ÖDP will mit einem Antrag bei der Stadt Paderborn und den Ratsparteien Dampf machen. Diese haben für Paderborn die Autobahnen und den Flughafen durchgesetzt. Aber gleichzeitig habe sie immer einen Berg von Ausreden parat, wenn jemand Forderungen nach einem Haltepunkt am Rosentor stellt. Da der Autoverkehr durch seine enorme Zunahme immer mehr die Lebensfähigkeit der Innenstädte erstickt, ist die Bahn als staufreies öffentliches Verkehrsmittel unverzichtbar.

Die ÖDP hat zwei Möglichkeiten für eine Haltestelle am Rosentor skizziert.

Die Variante A ist die platzsparenste Lösung, da diese mit zwei Randbahnsteigen auskommt am am Hauptbahngleis Richtung Paderborn und am Gleis der Sennebahn. Durch Weichen wird der Bahnsteig an der Sennebahn mit dem zweiten Hauptbahngleis verbunden, so dass Nahverkehrszüge nach Altenbeken, Warburg, Höxter, Hameln und Detmold den Bahnsteig erreichen können. Randbahnsteige haben für Fahrgäste den Vorteil, dass diese mindestens einen der Bahnsteige ebenirdig erreichen können. Für Fußgänger, Radfahrer, Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Rollenkoffer sind Rampen vorgesehen, damit die Züge ohne Probleme erreicht werden können.

Falls zwei Bahnsteige nicht reichen, weil man durch eine Verkehrswende wesentlich mehr Zugverkehr anstrebt, kann durch die Variante B Platz für mehr haltende Züge geschaffen werden. Das nördliche Hauptbahngleis wird nach Norden auf die Parkplatzfläche verlegt, damit zwischen den Hauptbahngleisen ein Mittelbahnsteig errichtet werden kann. Bei dieser Lösung kann auf alle zusätzlichen Weichen verzichtet werden.

Durch den Bau von zwei Bahnsteigen mit Regenschutz kann hier eine neue Haltestelle direkt am Anfang der Fußgängerzone geschaffen werden. Sofern die Bahn hier keine Fahrkarten verkaufen will, könnte das Reisebüro in der Leostraße oder ein neues Reisenbüro den Verkauf übernehmen. Der Platzverbrauch der neuen Bahnanlagen ist bei weitem geringer, als der Bedarf an Parkplatzen, der nötig wäre, wenn alle Fahrgäste, die hier künftig ein- und aussteigen mit dem Auto kämen. Überdachte Fahrradständer, Telefonzellen und ein Stadtplan gehören zum Bahnhof dazu. Angesichts der Gelder, die im Paderborner Land immer wieder für den Straßenbau aufgebracht werden, ist es nicht zu verstehen, dass nicht ein kleiner Teil dieses Geldes für den Bau des Haltepunktes am Rosentor verwendet wird.

Mit Worten bekennen sich alle zur Bahn, die ÖDP will endlich einmal Taten sehen. Die täglichen  Bahnfahrten finden selten im Interregio (heute IC/ ICE), dafür meistens im Nahverkehrszug statt. Deshalb ist der Ausbau des Nahverkehrs mindestens genauso wichtig, wie der Schnellbahnbau.

21 Jahre später ist auch diese Haltestelle nicht realisiert.  Nur mal zum Vergleich: Auf einer Innenstadtkarte betrug die Distanz Paderborn Hauptbahnhof – Marienplatz 12 cm, vom Rosentor zum Marienplatz sind es 3,5 cm, vom Haltepunkt Kasseler Tor 8 cm. Zieht man einen Kreis von 3,5 cm um diese Haltestellen, kommt man vom Hauptbahnhof nur bis zur Herz Jesu Kirche am Westernplatz, vom Kasseler Tor nur zu Teilen des Kampes, vom Rosentor aus erreicht man die ganze Innenstadt. Wer aus Richtung Altenbeken nach Paderborn zum Einkaufen will, fährt immer an seinem eigentlichen Ziel, der Innenstadt vorbei und muss vom Hauptbahnhof aus zurücklaufen. Beispiele aus Koblenz und Ludwigshafen zeigen, wie erfolgreich solche neuen Innenstadthaltestellen sein können. Fahrgastzuzwächse machen den ganzen ÖPNV wirtschaftlicher.

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