Was ist uns die Bahn wert? / Neue Westfälische vom 28.11.1989

Betrifft: NW-Bericht: „Das kennt jede(r): Im Stau stecken, wenn mans eilig hat“ in der Ausgabe vom 21. November 1989

Es ist ein Teufelskreis. Steht der Bus im Stau, fahren wenig Leute mit ihm, fahren wenig Leute mit dem Bus, verstärkt dies den Stau durch mehr Autofahrten. Nun gibt es aber ein Verkehrsmittel ohne Stauungen, die Eisenbahn. Diese weist im Nahverkehr (Stand 1989!) noch immer große Fahrplanlücken auf und wird dadurch unattraktiv. Auch die ständig steigenden Fahrpreise, welche den Fahrgast für sein umweltfreundliches Verhalten bestrafen, sind kein Anreiz zum Umsteigen, solange das Benzin so billig bleibt.

Moderne Triebwagen können alle halben Stunden Paderborn mit Warburg, Höxter, Hövelhof, Büren, Bielefeld und Soest verbinden. Busse binden die Orte abseits der Bahnlinien an den Schienenverkehr an oder übernehmen in Paderborn die Feinverteilung der Fahrgäste. Alle Haltestellen erhalten viele Fahrradständer und wenn nötig Park & Ride- Plätze. Ein neuer Haltepunkt Rosentor bedient die Innenstadt. So nah kommt kein Autofahrer ohne Parkplatzsorgen an die Innenstadt, erst recht nicht zu Libori.

Die hier beschiebene Eisenbahn ist in den Niederlanden und der Schweiz bereits Realität. In der Schweiz stieg der Anteil der Bahn von 22 auf 30% zu Lasten des Autoverkehrs. Ein weiterer Ausbau des Schienenverkehrs soll den Marktanteil weiter erhöhen.

Wann entdecken endlich die regierenden Politiker, dass nicht der Flughafen Ahden oder die Autobahn wichtig sind, sondern eine gute Eisenbahn, die für alle Bürger zu jeder Zeit benutzbar ist. Ich bin noch nie geflogen (einmal ist es mittlerweile doch passiert, weil ich bei einer gewonnen Reise mitgenommen wurde).  Der Autoverkehr belastet jeden. deshalb dient die Bahn allen, wen diese den Autoverkehr reduziert. Und im Gegensatz zu Flugzeugen fährt die Bahn auch dort, wo man oft hin muss. Die Schweizer wissen was ihnen die Bahn wert ist in einer Volksabstimmung haben sie mit Mehrheit für das flächendeckende Ausbauprogramm „Bahn 2000“ gestimmt. Und was ist uns die Bahn wert?

Abs. Felix Staratschek für den Fahrgastverband Pro Bahn e.V., damals wohnhaft im Riemekeviertel in Paderborn

Die Qualität der Schweizer Bahn ist eine Folge der direkten Demokratie! da alle größeren Projekte einer Zustimmung durch das Volk bedürfen, wenn da Steuergelder für fließen sollen, vermeidet die Schweizer Politik einen Großteil der Prestigeprojekte, mit denen die Gelder für unsere Verkehrspolitik verprasst werden und durch ausbleibenden oder zu niedrigen Nutzen die Staatsverschuldung mit nach oben getrieben wird.

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