1991: „Per Bahn nur 2 Stunden bis Morsbach“

Ein Leserbrief im Remescheider Generalanzeiger RGA Radevormwald vom 14.März 1991

„Per Bahn nur 2 Stunden bis Morsbach“

Felix Staratschek (Radevormwald): Eisenbahn umweltfreundlichstes Verkehrsmittel

In der Samstagsausgabe vom 9. März 1991 berichtet der RGA unter der Überschrift „Schneller in New York als per Bus in Morsbach“ über den Versuch, von Radevormwald (an Nordende im Oberbergischen Kreis) in das gut 80 km entfernte Morsbach (am Südende des Kreises) zu fahren. Das Unternehmen dauerte über sieben Stunden. Felix Staratschek aus Radevormwald schreib uns diesen Brief, in dem er aufzeigt, wie die Strecke seiner Meinung nach schneller zu bewältigen wäre:

 

 

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Ein moderner öffentlicher Verkehr könnte Radevormwald und Morsbach in zwei Stunden verbinden. Doch geht das nur mit einer modernen Eisenbahn. Viele Politiker bedauern den Verlust der Schieneninfrastruktur und vergessen dabei, dass keine Strecke ohne die Unterschrift des Bundesverkehrsminsters stillgelegt werden kann. CDU, CSU, SPD und FDP haben Straßen gebaut, die Bahn verfallen lassen und dann die Stilllegung der heruntergewirtschafteten Strecken genehmigt.

Wenn die Politik will, kann das Bergische Land in wenigen Jahren einen hervorragenden öffentlichen Verkehr bekommen. Eine Busfahrt von Remscheid Lennep nach Gummersbach auf der Linie 336 dauert heute 80 Minuten. Eine moderne Eisenbahn würde das in 40 Minuten schaffen. Der Bus wäre als Zubringer notwendig. Von Waldbröl bis Hückeswagen könnte die Bahn Hauptverkehrsachse werden und so den ganzen Oberbergischen Kreis erschließen. Orte, wie Radevormwald, Lindlar und Morsbach werden mit Buslinien an die schnelle Schiene angebunden. [Wobei auch nach Morsbach noch Schienen liegen, so dass hier, nachdem der Modal Split hin zum ÖPNV verbessert wurde auch dort eine Reaktivierung sinnvoll wäre.]

Wenn die Politiker im Bundestag der Bahn nur halb soviel Rückendeckung gäben, wie bisher dem Straßenbau, könnte es sich auch die Bundesbahn leisten, ihre Zweigstrecken zu erhalten. Die Eisenbahn ist als umweltfreundliches Verkehrsmittel zu wichtig für die Region. Ihre derzeit geringe Bedeutung ist vor allem Politisch verursacht.

Falls nicht bald die ersten Schritte unternommen werden, das Bahnnetz, wie es 1979 bestand [plus die Wiehltalbahn, die früher stillgelegt wurde] im Bergischen Land wieder herzurichten, sollten die Politiker, die in den regionalen Gliederungen der Parteien tätig sind, die Konsequenzen ziehen und aus diesen Parteien austreten. Politik lässt sich gerade auch im regionalen Bereich auch über freie Wählergemeinschaften und über „sonstige Parteien“ betreiben.

Da die Bahn kein Spielzeug ist, sondern ein unverzichtbarer Bestandteil einer ökologischen Verkehrsgestaltung, ist ein solcher Schritt meines erachtens gerechtfertigt.

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So agierte die JU in Wiehl um das Jahr 2010 zur Wiehltalbahn:

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