Schlagwort-Archive: Büren

Paderborn: Kasseler Tor: Es geht auch anders / Leserbrief vom 17.07.92

Zum Neubau einer Kasseler Tor- Brücke über die Eisenbahnstrecke Paderborn – Altenbeken, setzte die CDU- Mehrheit eine Brücke mit 2 Fahrspuren je Richtung durch. In einem Leserbrief vom 17. Juli 1992 legte ich in der Neue Westfälischen dar, dass eine Brücke mit 2 Spuren reicht, da man den Verkehr nicht über die Warburger Straße in die Innenstadt führen muss. Die Brücke wurde zwar gebaut, aber der Leserbrief enthält Ideen die alle oder teilweise, je nach Standpunkt, umgesetzt werden könnten. Einige betreffen die Führung des Straßenverkehrs, andere die Stärkung der Schiene und des ÖPNV. Leider waren in der Zeit unter Bundeskanzler Helmut Kohl bis 1998 solche Vorschläge chancenlos. Und auch danach ist unter Schröder und Merkel die notwendige Verkehrswende ausgeblieben.

Paderborns Einwohner werden in Zukunft noch mehr Verkehrslärm ertragen müssen, denn nach den derzeitigen Plänen soll durch den Ausbau des Kasseler Tores noch mehr Verkehr in die Kernstadt gezogen werden. Es ist klar, dass ein zentraler Ort erreichbar sein muss, aber dies geht auch anders, als derzeit geplant.

Ein Blick auf die topographische Karte zeigt, dass die Warburger Straße für den Durchgangs- und Fernverkehr nicht gebraucht wird. Aus Richtung Warburg kann man über den Westfalenring und die Driburger Straße oder Detmolder Straße in die Kernstadt gelangen. Wer in Paderborn wohnt kann problemlos laufen, radeln oder den Bus benutzen.

Was liegt da näher, als die Brücke über die Bahn am Kasseler Tor für den motorisierten Individualverkehr (MIV) zu sperren. Nur Busse, Radfahrer, Fußgänger, Taxen, Polizei, Feuerwehr und Krankenwagen dürfen die Brücke noch passieren. Der Busverkehr kann dann ausgeweitet werden, da es dadurch attraktiv würde, mit dem Bus schnell in die Innenstadt zu gelangen. Auch Laufen und Radfahren würden bei dieser Regelung zunehmen, weil der Gefahrenpunkt Bahnbrücke nicht mehr besteht und man sich ohne Angst vor zu vielen Autos auf der Brücke bewegen kann.

Die breite Warburger Straße böte an beiden Rändern genügend Raum für Parkplätze. Hier können Leute von außerhalb Paderborns ihr Auto abstellen und mit dem Bus alle 10 Minuten in die Innenstadt fahren. Es wird eine Parkgebühr erhoben, die gleichzeitig als Familienfahrkarte gilt und zu beliebig vielen Fahrten an einem Tag zwischen Auto und Innenstadt berechtigt.

Bei allen Verkehrsplanungen muss außer an die Umwelt auch an die allgemeine Staatsverschuldung gedacht werden. Ein massiver Straßenbau macht einen öffentlichen Verkehr, wie attraktiv er auch sein mag, unwirtschaftlicher. Aus finanziellen und ökologischen Gründen ist dieser Straßenbau nicht zu verantworten. das Geld, dass am Kasseler Tor für die breiten Autopisten und Parkplätze ausgegeben wird, fehlt beim öffentlichen Verkehr.

Wenn Paderborn aus dem Umland besser erreichbar sein soll, ist folgendes nötig:

—-Bau eines Bahnhofs am Rosentor.

—-Einsatz von Straßenbahnen (wie in Karlsruhe (oder mittlerweile auch Kassel – dann könnte man umsteigefrei durchfahren)) im Stundentakt zwischen Paderborn und Warburg, wobei in Benhausen, Neuenbeken, Buke, Schwaney, Hebram Wald-Neuenheerse, Borlinghausen, Bonenburg, Nörde und Menne Haltestellen eingerichtet werden müssen.

—-Ausbau der Almetalbahn / Sennebahn von Brilon Wald – Büren – Paderborn – Bielefeld.

—-Austausch der langen Citybahn- Züge Paderborn – Hannover (die damals nur alle 2 Stunden fuhren) gegen moderne Triebwagen, die Paderborn mit Hameln im 30 Minuten- Takt verbinden. Auch hier wären Straßenbahnfahrzeuge denkbar, die auch an kleinsten Orten an der Strecke eine Bedarfshaltestelle bedienen können.

—-Einführung eines 30 Minuten- Taktes zwischen Soest und Paderborn. Dafür ist eventuell auf Streckenabschnitten ein dreigleisiger Ausbau notwendig, damit bei einer echten Eisenbahn- Vorran- Politik der Fern- und Güterverkehr dem Nahverkehr genügend Fahrplantrassen übrig lässt.

Außerdem sind Spätzüge nötig, die wegen der geringeren Nachfrage auch mit Straßenbahnfahrzeugen gefahren werden können. In Karlsruhe wurde mit Straßenbahnen auf Bahngleisen sehr gute Erfahrungen gemacht. Wo elektrifizierte Strecken bereits vorhanden sind, sind Straßenbahnen preiswerte Verkehrsträger, die dann auch in dünn besiedelten Regionen fahren können. Schienen und Oberleitungen sind bereits für den Fernverkehr bezahlt und können von der Tram mitbenutzt werden.

Für das hier beschriebene ist Geld nötig, das aber fehlt, weil gigantische Straßenbauprojekte diese Mittel verschlingen. Wenn die Bürgerinnen und Bürger erst einmal bemerken, was die Politiker ihnen durch diese Politik an Lebensqualität stehlen (durch den Zwang zum Autofahren wegen fehlenden ÖPNV- Angeboten, durch Autolärm, Abgase, verstopfte Städte, Unfallopfer…..) wird es zu interessanten Wählerwanderungen kommen.

Abs. Felix Staratschek,
Verkehrspolitischer Sprecher der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP) im Kreis Paderborn
damals in der Riemekestraße in Paderborn zu Hause

Warum nicht die Bahn? CDU Paderborn warb mit Flughafen und Autobahn – vom 01.07.89

Im Sommer 1989 warb die CSU mit großen Plakaten. Am oberen Rand war ein weißes linksbündiges Rechteck mit der Schwarzen Schrift:

Komm gut an
und wieder zurück

Der Rest des Plakates war einfach schwarz. In der Mitte der unteren Hälfte stand:

Die Autobahn & der Flughafen
vor der Haustür …. Dank CDU.

Die Neue Westfälische nahm das zum Anlass für einige kritische Worte, da das „vor der Haustür“ für viele Menschen wörtlich gelte, die vom Lärm der Autobahn und der Flugzeuge betroffen seien. Für mich war das eine gute Vorlage für einen Leserbrief (Samstag, 01.Juli 1989)

Betrifft: CDU- Wahlkampfslogan „Die Autobahn und der Flughafen vor der Haustür….. Dank CDU“, NW-Bericht am 24. Juni.
Komm(t) gut an….(?) und wieder zurück – die Autobahn und der Flughafen vor der Haustür…. Dank CDU. So steht es auf einem CDU- Plakat, welches am Samstag (24.06.) in der NW abgebildet war. Offenbar ist die CDU noch immer nicht vom Straßen-/ Flughafendenken im Verkehr herunter gekommen. Diese beiden Verkehrsmittel gehören heute zu den größten Umweltzerstörern. Der neue Interregio der Bundesbahn, welcher im Zweistundetakt Duisburg über Paderborn mit Kassel verbindet, wird nicht erwähnt.
Die CDU lobt sich für ca. 40 Kilometer Autobahn zwischen Paderborn und Bielefeld. Für den Preis von nur 29 Kilometer Autobahn könnte die Bundesregierung (damals CDU/CSU/FDP unter Helmut Kohl) über 350 Triebwagen der Baureihe 627 kaufen (alle 77 Meter ein Triebwagen auf 29 Kilometer Autobahn!). Damit könnte nicht nur die Bahnlinie Paderborn – Bielefeld gerettet werden, sondern alle zweigstrecken in Ostwestfalen. Auch die Bahn nach Brilon über Büren könnte reaktiviert werden.
Besucher aus der Schweiz und den Niederlanden können nicht verstehen, wie auf solchen Strecken in Deutschland ein so schlechtes Angebot herrschen kann!
Die Initiative für besseren Nahverkehr aus Bielefeld hat für ganz Ostwestfalen ein Nahverkehrskonzept erstellt. Dieses würden viele viel häufiger nutzen, als den Flughafen und es wurde im Gegensatz zur Autobahn unsere Umwelt und unsere Innenstädte wirksam entlasten.
Interregio und Regionalbahn …. dank CDU?
Das käme sicher gut an und mit vielen Wählerstimmen wieder zurück. Gleiches gilt für ein gutes Radfahrklima und gute Busanschlüsse zur Bahn.

Felix Staratschek, damals in Paderborn, Gustav Schulze Straße zu Hause, als Mitglied von
PRO BAHN e.V.
Die Interessengemeinschaft der Benutzer öffentlicher Verkehrsmittel

Skandal: Bahn verschenkt 2 Milliarden Mark! Vom 22.02.1995

Am Mittwoch den 22. Februar 1995 veröffentliche der Wochenspiegel in Paderborn folgende Pressemitteilung:

Die Bahn hat 2,4 Mrd. DM, die die christlich-liberale Bundesregierung (unter Helmut Kohl) für Investitionen zur Verfügung gestellt hat nicht eingesetzt. Das Geld wurde nun anderen Bereichen des Bundeshaushaltes zugewiesen und ist damit für die Bahn und ihre Fahrgäste verloren. Als weitere Folge werden künftige Mittel für die Bahninvestitionen im Bundeshaushalt gekürzt.

Auf der einen Seite behauptet die Bahn, dass sie zu wenig Geld habe und unterlässt Investitionen und wirtschaftet auf Verschleiß ihrer Anlagen. Ein Ausbau der Sennebahn scheitert an 20 Millionen Mark, eine naturverträglichere Variante der Eggebahn an 30 Millionen DM, eine Reaktivierung der Almetalbahn nach Büren und Brilon wird erst gar nicht erwogen, während 2400 Millionen DM, die für Investitionen bereitgestellt wurden, an den Bund zurück gezahlt werden.

Es gibt im ganzen Bundesgebiet Bahnstrecken, die die Bahn modernisieren muss. Auch wenn noch nicht geklärt ist, welche bahnstrecken die Bahn in Zukunft selbst betreiben will und welche Bahnstrecken in regionale Hände gegeben werden, ist eine Investition in eine Zweigstrecke immer sinnvoll. Diese haben eine wichtige Zubringerfunktion zum Fernverkehr. Wenn die Bahn durch Investitionen dazu beiträgt, dass diese Strecken wirtschaftlicher betrieben werden können, fördert sie unabhängig vom künftigen Betreiber das Gesamtsystem Eisenbahn.

Angesichts der veralteten Infrastruktur betrachtet die Paderborner ÖDP die Nichtverwendung der 2,4 Mrd. DM als Skandal. Der Bund sollte die Mittel für die Bahn deswegen nicht kürzen. Vielmehr sollten diese Gelder zum Ausbau der regionalen Bahnstrecken Kreise und Kommunen bereitgestellt werden. Die meisten Alltagsbewegungen finden im Nahverkehr statt. Deshalb muss nach Ansicht der Ökologisch Demokratsichen Partei (ÖDP) der Ausbau der regionalen Verbindungen Vorrang vor dem Ausbau des Fernverkehrs bekommen. Auch der ICE ist notwendig, aber zur Lösung der Verkehrsprobleme zwischen den Städten Paderborn, Bielefeld und Osnabrück kann dieser Zug nicht beitragen.

Die Verkehrsprobleme, an denen die Leute täglich leiden, liegen im Nahverkehr. Deshalb ist es mehr als überfällig, den Regionalverkehr mit den 2,4 Mrd. D- Mark auszubauen. Die Kürzung der Bundesmittel an die Bahn lehnt die ÖDP entschieden ab.

Das Geld kann sinnvoll den Kommunen und Kreisen gegeben werden, die eine Bahnstrecke ausbauen wollen. da moderne Bahnstrecken weniger Kosten verursachen, wird auf diese Weise auch viel Geld eingespart, mit dem sich weitere Maßnahmen finanzieren lassen. Eine Stadtbahnstrecke von der Uni Paderborn zur Universität Bielefeld müsste dann keine Utopie bleiben.

Innenstadt Paderborn: Die Busse müssen schneller werden – Leserbrief vom 25.02.95

Im Westfalenblatt erschien am Samstag den 25.02.1995 folgender Leserbrief:

Viele Leute fordern, dass die Busse der PESAG (heute Padersprinter) nicht mehr über den Rathausplatz fahren sollen. Statt dessen sollen die Busse über den südlichen inneren Ring fahren und zusätzlich die Zentralstation ansteuern. das letztere wäre ein Zeitaufwendiger Umweg und würde verhindern, dass mehr Leute auf den Bus umsteigen.
Aber auch der Liboriberg hat Tücken. Die Busse der BVO brauchen für die kürzere Strecke in der Hauptverkehrszeit oft länger, als die PESAG- Busse der Linien 4,9,und 48. Ferner sind die haltestellen auf dem Ring durch den Autoverkehr unattraktiv. Wenn die PESAG- Busse über den Liboriberg fahren sollen, müssen da die Autos weg. Dann können die Busse ungestört und schnell die Straße passieren. Die Innenstadt könnte durch eine Ringlinie (Rosentor – Torgasse – Kamp – Rosentor auch für Rentner gut erschlossen werden. Ferner bietet sich der Platz zwischen der Eisenbahnstrecke und dem Liboriberg für den Wochenmarkt an, so dass man auf kürzesten Weg mit den vollen Einkaufstaschen zum Bus käme. Ohne PKW- Durchgangsverkehr auf dem Le Mans Wall bräuchte am Rosentor auch keine Grünfläche für zusätzliche Busspuren geopfert werden. Da ich aber nicht glaube, dass der Paderborner Rat die von mir hier vorgeschlagene Variante in Erwägung ziehen will, ist die derzeitige Busführung durch die Innenstadt die beste, die durchsetzbar ist.
Allerdings muss nach einer Fertigstellung des Parkhauses Neuhäuser Tor der Autoverkehr aus der Marienstraße genommen werden. Durch eine schallschluckende Fassadengestaltung oder -bergrünung sollte der Lärm der Busse reduziert werden. Da aber die Neuhäuser Straße zugunsten der Anwohner nicht gesperrt wird, können auch die Anwohner der Marienstraße nicht verlangen, dass die Busse aus ihrer Straße verschwinden.

Was würde mit der Zentralstation unter dem Königsplatz passieren, wenn die von mir vorgeschlagene Liboriberg- Lösung umgesetzt würde?
Die Ringlinie bräuchte die Zentralstation nicht und könnte auf der Marienstraße halten. Der Raum der Zentralstation könnte als Geschäftsfläche genutzt werden.

Zur weiteren Attraktivierung der Innenstadt könnte ein Bahnhof am Rosentor sehr beitragen. Mehr Fahrgäste würden die Zukunft der Sennebahn sichern. Aber auch für die Züge von Soest, Warburg, Steinheim, Bad Meinberg und Bad Driburg wäre eine Bahnstation Rosentor attraktiv.

Abs. Felix Staratschek, damals in der Riemekstraße in Paderborn wohnhaft.

Ein Verkehrsverbund nur für Paderborn und Höxter? Leserbrief vom 19.06.95

Im Westfaleblatt vom Montag den 19. Juni 1995 stand mein Leserbrief zur Diskussion, wie der Nahverkehr der Region künftig auftreten soll.

Soll man lachen oder weinen? Ein Verkehrsverbund aus nur zwei Landkreisen entsteht im Süden des Regierungsbezirkes Ostwestfalen- Lippe (OWL). Beide Kreise sind fest in der Hand einer Partei, der CDU, die nun in diesem kleinem Raum ungestört den Nahverkehr gestalten kann. Im Westen und Süden wird der RLG- Verbund (Ruhr-Lippe- Gemeinschaft), im Südosten der Nordhessische Verkehrsverbund, im Nordosten ein Niedersächsischer Verbund und im Norden der OWL- Verbund angrenzen. Das wird die Tarifabstimmungen erschweren. Von Kassel nach Bielefeld oder Soest werden sich die Reisenden über jeweils 3 Tarifsysteme freuen dürfen. Wer von Paderborn nach mit dem ÖPNV nach Lippstadt, Geseke, Bielefeld, Brilon, Detmold oder Herford will, muss den Hochstifttarif verlassen.

Ich stamme aus Radevormwald, wo sich der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR), der Verkehrsverbund Rhein Sieg (VRS) und der MVG/ RLG- Tarif aufeinander treffen und zahlreiche Abstimmungsprobleme haben. Der Kreis Paderborn wird auf kleinsten Raum zahlreiche Tarifgrenzen haben. Da bin ich gespannt, wie man es schaffen wird, diese Tarifübergänge den Fahrgästen zu erklären. Die Tankstellen von der Auto- Konkurrenz funktionieren überall nach dem gleichen Prinzip. Wenn es zu kompliziert wird, fahren die Menschen weiter Auto. Oder will man verhindern, dass man problemlos nach Bielefeld fahren kann, damit die Menschen in Paderborn einkaufen?

Zwei größeren verbünden könnte sich Paderborn anschließen:
1. dem Verbund Münsterland – Kreis Soest – Hochsauerlandkreis und
2. Verkehrsverbund Ostwestfalen Lippe.
Für den ersten Verbund sprechen einige Gründe. Der Verbund grenzt an den VRR und das Ruhrgebiet und reicht bei Gronau bis in die Niederlande (Enschede). Über die Almetalbahn könnte Paderborn an Büren, Brilon, Meschede und Arnsberg angeschlossen werden. Schon heute ist die Bahnverbindung von Hamm und Soest nach Paderborn die wichtigste Bahnverbindung.

Für die OWL- Lösung spricht, dass dadurch eine regionale Einheit zusammengefasst wird. Ein größerer Verbund könnte auch durch Mengenrabatte und durch Marktmacht mehr Einfluss auf die Anbieter des öffentlichen Verkehrs nehmen.

Der neue Hochstiftverbund sollte daher mindestens mit einem dieser Verbünde eng zusammenarbeiten und einen gemeinsamen Tarif anbieten. Letztlich interessiert es den Fahrgast nicht, wie die Verkehrsmittelorganisiert sind, wenn diese attraktiv und verständlich sind. In Münster kann ich mir schon heute eine Fahrkarte kaufen, mit der ich in Arnsberg oder Winterberg den Bus benutzen kann. Wenn es nach mir ginge, würde sich Paderborn diesem Tarif anschließen. Dann würden wahrscheinlich auch der OWL- Verbund und das Siegerland in diesen Tarif einsteigen, mit dem Ergebnis, dass ganz Westfalen mit einem Tarif bereist werden kann. wenn man sich nicht auf einen Verbund einigt, ist eine Tarifgemeinschaft der Verkehrsverbünde das Mindeste, was den Fahrgästen geboten werden muss.

Abs. Felix Staratschek, damals wohnhaft in der Riemekestraße in Paderborn.

Gleise werden kaum genutzt – Kritik an ADAC- Aussagen, vom 28.04.95

Auf einen Bericht über die ADAC- Gauversammlung in Ostwestfalen in der Neuen Westfälischen antwortete ich mit einem Leserbrief, der am Freitag den 28. April 1995 veröffentlicht wurde. Im Westfalenblatt wurde ein ähnlicher Brief, am Montag den 29.05.1995 veröffentlicht

Zu „ADAC- OWL zieht Jahresbilanz“ in Nr. 79 vom 3. April

Die Zahlenspiele des ADAC kann ich nicht mehr hören. Die Behauptung, 7% weniger PKW seien 100% mehr Bahnverkehr, ist genauso logisch, wie die Korrelation vom Rückgang der Störche und der Geburten. Nur Autofahrten, zu denen eine Bahnstrecke parallel verläuft, können auf die Schiene verlagert werden. 7% weniger Autoverkehr heißt daher vor allen, mehr Radfahrer, mehr Fußgänger, mehr Fahrgemeinschaften und mehr mehr Buskunden.

Aber: In Ostwestfalen hat die Bahn noch riesige Kapazitäten frei. Die Sennebahn und der Haller Wilhelm können spielend durch einen Ausbau, Buszubringer und ergänzende Sammeltaxen ein vielfaches an Fahrgästen aufnehmen. (Die Entwicklung hat ja mittlerweile hier meine Aussage voll bestätigt, beide Bahnstrecken haben stark gestiegene Fahrgastzahlen.)

Wenn der ADAC vom Lückenschluss bei der A 33 spricht, muss gefragt werden, wie er es mit dem Lückenschluss der Bahnlinie Bielefeld – Halle (Westfalen) – Osnabrück hält? Auch nach Büren und Brilon liegen die Gleise kaum genutzt im Schotter. Ein Ausbau dieser Bahnstrecken würde im Gegensatz zu neuen Straßen kaum neue Fläche verbrauchen. Die Trassen sind bereits vorhanden und müssen nicht, wie bei neuen Straßen, neu gebaut werden. …..

Abs. Felix Staratschek, damals wohnhaft in der Riemekestraße in Paderborn

Was ist uns die Bahn wert? / Neue Westfälische vom 28.11.1989

Betrifft: NW-Bericht: „Das kennt jede(r): Im Stau stecken, wenn mans eilig hat“ in der Ausgabe vom 21. November 1989

Es ist ein Teufelskreis. Steht der Bus im Stau, fahren wenig Leute mit ihm, fahren wenig Leute mit dem Bus, verstärkt dies den Stau durch mehr Autofahrten. Nun gibt es aber ein Verkehrsmittel ohne Stauungen, die Eisenbahn. Diese weist im Nahverkehr (Stand 1989!) noch immer große Fahrplanlücken auf und wird dadurch unattraktiv. Auch die ständig steigenden Fahrpreise, welche den Fahrgast für sein umweltfreundliches Verhalten bestrafen, sind kein Anreiz zum Umsteigen, solange das Benzin so billig bleibt.

Moderne Triebwagen können alle halben Stunden Paderborn mit Warburg, Höxter, Hövelhof, Büren, Bielefeld und Soest verbinden. Busse binden die Orte abseits der Bahnlinien an den Schienenverkehr an oder übernehmen in Paderborn die Feinverteilung der Fahrgäste. Alle Haltestellen erhalten viele Fahrradständer und wenn nötig Park & Ride- Plätze. Ein neuer Haltepunkt Rosentor bedient die Innenstadt. So nah kommt kein Autofahrer ohne Parkplatzsorgen an die Innenstadt, erst recht nicht zu Libori.

Die hier beschiebene Eisenbahn ist in den Niederlanden und der Schweiz bereits Realität. In der Schweiz stieg der Anteil der Bahn von 22 auf 30% zu Lasten des Autoverkehrs. Ein weiterer Ausbau des Schienenverkehrs soll den Marktanteil weiter erhöhen.

Wann entdecken endlich die regierenden Politiker, dass nicht der Flughafen Ahden oder die Autobahn wichtig sind, sondern eine gute Eisenbahn, die für alle Bürger zu jeder Zeit benutzbar ist. Ich bin noch nie geflogen (einmal ist es mittlerweile doch passiert, weil ich bei einer gewonnen Reise mitgenommen wurde).  Der Autoverkehr belastet jeden. deshalb dient die Bahn allen, wen diese den Autoverkehr reduziert. Und im Gegensatz zu Flugzeugen fährt die Bahn auch dort, wo man oft hin muss. Die Schweizer wissen was ihnen die Bahn wert ist in einer Volksabstimmung haben sie mit Mehrheit für das flächendeckende Ausbauprogramm „Bahn 2000“ gestimmt. Und was ist uns die Bahn wert?

Abs. Felix Staratschek für den Fahrgastverband Pro Bahn e.V., damals wohnhaft im Riemekeviertel in Paderborn

Die Qualität der Schweizer Bahn ist eine Folge der direkten Demokratie! da alle größeren Projekte einer Zustimmung durch das Volk bedürfen, wenn da Steuergelder für fließen sollen, vermeidet die Schweizer Politik einen Großteil der Prestigeprojekte, mit denen die Gelder für unsere Verkehrspolitik verprasst werden und durch ausbleibenden oder zu niedrigen Nutzen die Staatsverschuldung mit nach oben getrieben wird.