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1995: ÖDP: Aufkleber stärken Neonazis

Wochenspiegel, Mittwoch den 12.05.1995

Viele Leute wollen mit Aufklebern verhindern, dass ihnen Schriften mit rechtsextremen Inhalt in den Briefkasten geworfen wird. „Dadurch erkennen jedoch Rechtsradikale, wo es aus ihrer Perspektive sinnlos wäre ein Flugblatt einzuwerfen, sie lassen diese Briefkästen aus und sparen dadurch Flugblätter,“ sagt Felix Staratschek, Kandidat der Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) für das EU- Parlament.

Weiter führt er aus: „Wer gegen Nazischriften immun ist, sollte über jedes extremistische  Flugblatt froh sein, dass in en eigenen Briefkasten geworfen wird. Über einen anderen Briefkasten kann so ein Flugblatt eventuell Schaden anrichten. Aufkleber gegen Nazipost helfen daher nur den Nazis.“

Die ÖDP weist darauf hin, dass Bürgerinnen und Bürger aus anderen Ländern der Europäischen Union, die in Deutschland ihren Hauptwohnsitz haben, bei den Wahlen zum EU- Parlament mit abstimmen dürfen. Dafür müssen sie ins Rathaus gehen und sich in das Wählerverzeichnis eintragen lassen. So können sie erstmals bei einer Wahl mit dazu beitragen, den Stimmenanteil rechtsextremer Gruppierungen zu vermindern.

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Paderborn: Le Mans Wall Sperrung – Ein Traum mit Zukunft? Leserbrief vom 29.01.97

Im Wochenspiegel vom 29. Januar 1997 griff ich die baustellenbedingte Sperrung des Le Mans Wall für den Durchgangsverkehr auf. Denn das, was sonst nur zum Liborifest – meist in den verkehrsärmeren Sommerferien eine Woche lang Realität wird, wurde nun mitten Jahr für einige Zeit wahr. Und ich habe nicht mitbekommen, dass in Paderborn der Verkehr zusammen brach. In Form eines gedachten Stadtbesuches in Paderborn, habe ich beschrieben, wie schön die Stadt mit weniger Autoverkehr und mehr ÖPNV sein könnte.

In Steinheim steige ich in den Elektrotriebwagen nach Paderborn. der schnell beschleunigende Motor ermöglicht ohne Fahrzeitverlängerung das Bedienen neuer Haltestellen. So steigen heute auch an den Bedarfshaltestellen Grevenhagen und Neuenbeken (Anschluss an eine Buslinie des Padersprinter) Fahrgäste ein und aus. Alle 30 Minuten verkehrt dieser Zug zwischen Hameln und Paderborn. In Altembecken werden mehrere Triebwagen aus Höxter, Göttingen, Warburg und Detmold zu einem Verband gekoppelt, damit die Strecke Altenbeken – Paderborn nicht überlastet wird.

An der neuen Eisenbahnhaltestelle Rosentor verlasse ich mit den meisten Fahrgästen den Zug. Nur wer in den stündlichen Interregio umsteigen will, fährt noch weiter bis zum Paderborner Hauptbahnhof. Auf den zuschlagpflichtigen Inter City (IC) wurde zum Glück verzichtet. Alleine die neue Eisenbahn – Haltestelle Rosentor mit angrenzender Zentralstation des Padersprinter- Stadtbusnetzes hat der Bahn Fahrgastzuwächse von 40% gebracht.

Der Le Mans Wall und der Liboriberg sind ruhig. Die Straße wurde für den Durchgangsverkehr gesperrt. Stattdessen kommt gerade eine Flotte von Bussen an, die statt durch die Innenstadt über den Kamp, Rathausplatz und die Marienstraße nun ungestört vom PKW- Verkehr über den südlichen inneren Ring fahren. Eine Midibus- Linie fährt alle 10 Minuten den Kreis Paderborn Hauptbahnhof – Paderborn Rosentor – Kamp – Marienstraße – Imadstraße – Rathenaustraße – Hauptbahnhof. Dieser Bus verkürzt nicht nur gehbehinderten Menschen die Wege zur Innenstadt, er erschließt auch das dicht bewohnte Riemekeviertel. Auf den Parkplätze am Liboriberg findet jetzt 2 mal in der Woche der Wochenmarkt statt. Wer samstags und Mittwochs in der Stadt etwas einkauft, kann nach seinen besorgungen in der Innenstadt die schweren Lebensmittel direkt neben dem Busbahnhof auf dem Wochenmarkt einkaufen und muss die Taschen nicht mehr so weit zum Bus schleppen. Der Domplatz bekam dafür neue Attraktionen. Anstelle des Wochenmarktes gibt es hier jetzt häufig Flohmärkte, Infobörsen, Aktionstage und viele andere Veranstaltungen, die die Menschen in die Innenstadt locken.

Da die Leute weniger mit dem Auto fahren, gehen viele mit einem Handwagen oder Rucksack einkaufen. Gegen einen Pfandbetrag kann man sich am Rosentor verschiedene Handwagen beim VPH- Fahrgastzentrum ausleihen. Für diese Handwagen gibt es im ganzen Innenstadtgebiet abschließbare Einstellplätze.

Von der Verkehrsregelung auf dem Liboriberg profitieren alle!
—Paderborn hat weniger Autoverkehr und trotzdem eine florierende Innenstadt.
—Es gibt weniger Abgase und Unfälle.
—Die Busse sind wesentlich schneller geworden, seit diese über den Le Mans Wall und Liboriberg fahren.
—Die Verknüpfung der Stadtbusse mit dem regionalen Schienenverkehr am Bahnhof Paderborn Rosentor ist hervorragend.
—Busfahrer (weniger Stress beim Fahren), Fahrgäste (schnellere Busverbindungen) und Anwohner (Zug- und Bushalt vor der Haustür, statt Zuggeräusche ohne Haltestelle) profitieren von der neuen Verkehrsgestaltung.

Dies muss keine Utopie bleiben. Die Sperrung des Le Mans Wall ist momentan vorhanden. Die Auswirkungen können geprüft werden. Der Rest kann in wenigen Jahren verwirklicht werden, wen die Politik es will oder die Wähler die Politiker per Stimmzettel dazu zwingen.

Autofahren bleibt nach wie vor für jeden zu jedem Ziel möglich. Aber der öffentliche Verkehr würde einen riesigen Attraktivitätsschub erhalten und so viele Autofahrten ersetzen.

Heute fahren alle Züge aus Richtung Altenbecken direkt an der Paderborner Innenstadt ohne Halt vorbei. Es muss am Hauptbahnhof in einen Bus umgestiegen werden, um dahin zurück zu fahren, wo man durch eine neue Haltestelle künftig aussteigen könnte. das gleiche gilt für Fahrgäste, die vom Zug in die Busse zur Uni und zur östlichen Stadthälfte umsteigen wollen. Busfahrgäste, die von einem Stadtteil ins andere fahren, wird die zeitraubende Innenstadtdurchquerung erspart, während die Fahrgäste, die zur Innenstadt wollen, noch immer recht nah am Zentrum halten oder in den Midibus umsteigen können. Der Midibus stört in der Innenstadt nicht und ersetzt die Schlange der Linienbusse, die im dichten Takt noch immer durch die Innenstadt fährt.

Paderborn hat hier einmalige Entwicklungschancen. Wer hat Lust sich mit mir (oder da ich nicht mehr in Paderborn bin statt mir) sich hierfür einzusetzen?

Eine Herausnahme der Busse aus der Innenstadt ohne eine Sperrung des südlichen Inneren Ringes für den Durchgangsverkehr wäre jedoch eine Verschlechterung des Busverkehrs und würde das Autofahren fördern. Ohne eine Sperrung für PKW, ist die Verlagerung der Busse auf den Liboriberg abzulehnen und die heutige Verkehrsführung beizubehalten.

Abs. Felix Staratschek
damals Verkehrspolitischer Sprecher der Ökologisch Demokratischen Partei (ÖDP), wohnhaft im Riemekeviertel.

Skandal: Bahn verschenkt 2 Milliarden Mark! Vom 22.02.1995

Am Mittwoch den 22. Februar 1995 veröffentliche der Wochenspiegel in Paderborn folgende Pressemitteilung:

Die Bahn hat 2,4 Mrd. DM, die die christlich-liberale Bundesregierung (unter Helmut Kohl) für Investitionen zur Verfügung gestellt hat nicht eingesetzt. Das Geld wurde nun anderen Bereichen des Bundeshaushaltes zugewiesen und ist damit für die Bahn und ihre Fahrgäste verloren. Als weitere Folge werden künftige Mittel für die Bahninvestitionen im Bundeshaushalt gekürzt.

Auf der einen Seite behauptet die Bahn, dass sie zu wenig Geld habe und unterlässt Investitionen und wirtschaftet auf Verschleiß ihrer Anlagen. Ein Ausbau der Sennebahn scheitert an 20 Millionen Mark, eine naturverträglichere Variante der Eggebahn an 30 Millionen DM, eine Reaktivierung der Almetalbahn nach Büren und Brilon wird erst gar nicht erwogen, während 2400 Millionen DM, die für Investitionen bereitgestellt wurden, an den Bund zurück gezahlt werden.

Es gibt im ganzen Bundesgebiet Bahnstrecken, die die Bahn modernisieren muss. Auch wenn noch nicht geklärt ist, welche bahnstrecken die Bahn in Zukunft selbst betreiben will und welche Bahnstrecken in regionale Hände gegeben werden, ist eine Investition in eine Zweigstrecke immer sinnvoll. Diese haben eine wichtige Zubringerfunktion zum Fernverkehr. Wenn die Bahn durch Investitionen dazu beiträgt, dass diese Strecken wirtschaftlicher betrieben werden können, fördert sie unabhängig vom künftigen Betreiber das Gesamtsystem Eisenbahn.

Angesichts der veralteten Infrastruktur betrachtet die Paderborner ÖDP die Nichtverwendung der 2,4 Mrd. DM als Skandal. Der Bund sollte die Mittel für die Bahn deswegen nicht kürzen. Vielmehr sollten diese Gelder zum Ausbau der regionalen Bahnstrecken Kreise und Kommunen bereitgestellt werden. Die meisten Alltagsbewegungen finden im Nahverkehr statt. Deshalb muss nach Ansicht der Ökologisch Demokratsichen Partei (ÖDP) der Ausbau der regionalen Verbindungen Vorrang vor dem Ausbau des Fernverkehrs bekommen. Auch der ICE ist notwendig, aber zur Lösung der Verkehrsprobleme zwischen den Städten Paderborn, Bielefeld und Osnabrück kann dieser Zug nicht beitragen.

Die Verkehrsprobleme, an denen die Leute täglich leiden, liegen im Nahverkehr. Deshalb ist es mehr als überfällig, den Regionalverkehr mit den 2,4 Mrd. D- Mark auszubauen. Die Kürzung der Bundesmittel an die Bahn lehnt die ÖDP entschieden ab.

Das Geld kann sinnvoll den Kommunen und Kreisen gegeben werden, die eine Bahnstrecke ausbauen wollen. da moderne Bahnstrecken weniger Kosten verursachen, wird auf diese Weise auch viel Geld eingespart, mit dem sich weitere Maßnahmen finanzieren lassen. Eine Stadtbahnstrecke von der Uni Paderborn zur Universität Bielefeld müsste dann keine Utopie bleiben.

Rainessance des Zebrastreifens? Wochenspiegel in Paderborn vom 21.06.95

Immer seltener wird auf unseren Straßen der Zebrastreifen. Aber warum sollte diese Einrichtung, ähnlich wie der Kreisverkehr nicht wieder modern werden? In England gibt es nicht nur viele Kreisverkehre, sogar auf Autobahnen, es gibt dort auch Zebrastreifen auf Hauptstraßen.

Selbst in London bleibt der Verkehr abrupt stehen, wenn ein Fußgänger sich vor einen Zebrastreifen stellt. Im Gegensatz dazu müssen in Deutschland an Straßen und Fußgängerinseln die Fußgänger oft recht lange auf die nächste Verkehrslücke warten. Was spricht in der Bundesrepublik dann gegen den Zebrastreifen, fragt die heimische Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP)?

Natürlich können Zebrastreifen nicht alle Ampeln ersetzen. Aber es wäre doch denkbar, an zahlreichen weiteren Stellen auf die einfachste Weise den Fußgängern und Radfahrern Vorrang vor dem Autoverkehr zu geben. Wenn sich das bewährt, kann auch überlegt werden, welche Ampeln Überflüssig werden.

Der Zebrastreifen, so die ÖDP, sei wartungsarm und ohne Energieverbrauch. Außerdem müssten Fußgänger an kaum befahrenen Straßen nicht mehr sinnlos vor einer roten Ampel stehen. Bei rücksichtsvollen Autofahrern wäre der Zebrastreifen die optimale Lösung. Zunächst hat die ÖDP einen Brief an Ministerien, ADAC, VCD, ADFC und andere Verbände geschickt, um deren Meinung bezüglich der Zebrastreifen einzuholen.

Kontakt: ÖDP Paderborn, Felix Staratschek, damals in der Riemekestraße zu Hause

ÖDP fordert BVO- Bushaltestellen in Paderborn für Sande und Wewer, Herbst 1995

Ein bis heute nicht umgesetzter Vorschlag der der ÖDP war Thema aller Zeitungen in Paderborn. Die Texte in den Zeitungen variieren leicht, aber das wesentliche war überall Thema und ich fasse die 3 Presseartikel hier zusammen. Sande ist immerhin so groß, dass dort mehrere Linien vom Padersprinter (Stadtverkehr Paderborn) beginnen. Aber von diesen Linien kann man nicht Richtung Delbrück umsteigen. 6700 Einwohner von Wewer und 5900 Einwohner von Sande könnten mit wenig Aufwand durch eine einmalige Investition in neue Haltestellen einen besseren ÖPNV bekommen. Elsen, dass durch diesen Vorschlag auch besser mit Delbrück verbunden wäre, hat immerhin 16.000 Einwohner.

Westfalenblatt: Do., 30.11.1995
ÖDP- Buskonzept:
Halt für Sande und Wewer

Neue Westfälische: Di., 12.12.1995
ÖDP: „Verzicht auf viele zahlende Fahrgäste“ / Forderung:
BVO- Haltestellen für Sande und Wewer

Wochenspiegel: Mi., 13.12.1995
Von der „Außenwelt“ abgeschnitten
ÖDP fordert BVO- Halt für Sande und Wewer

Seit Juni 1995 hat Sande keinen Direktbus mehr nach Schloss Neuhaus und Delbrück. Dafür hat die Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) kein Verständnis. „Wir begrüßen zwar, dass die BVO- Buslinie beschleunigt wurde und nicht mehr den Umweg durch die Nebenstraßen fährt, sagt der verkehrspolitische Sprecher der ÖDP Paderborn, Felix Staratschek, „aber eine neue Haltestelle auf der B 64 hätte an so einem Siedlungsschwerpunkt, wie ihn Sande darstellt, sofort als Ersatz eingerichtet werden müssen.“

Staratschek kritisierte dass die BVO durch die fehlende Haltestelle täglich auf viele zahlende Fahrgäste verzichte. Eine Verlängerung der PESAG- Ringlinie 58 (heute Padersprinter), wie geplant, würde Sande umsteigefrei mit Schloss Neuhaus, der Uni und Industriegebieten verbinden. Für die Fahrt nach Delbrück müssten die Sander Einwohner aber erst in die Gegenrichtung nach Schloss Neuhaus fahren, um in einen Bus einzusteigen, der dann später auf der B 64 genau an Sande ohne Halt vorbei fährt.
Die neue Bushaltestelle müsste so liegen, dass problemlos zwischen den Bussen der PESAG und der BVO umgestiegen werden kann, damit auch Elsen besser an die BVO- Linie nach Delbrück angeschlossen wird. (In der Meldung stand das noch nicht, aber am Friedhof in Sande gibt es eine Fußgängerunterführung unter der B 64, so dass dort ideal auf beiden Seiten der Bundesstraße eine Haltestelle geschaffen werden könnte.)

Eine ähnliche Situation bestehe auf der B 1 bei Wewer. Auch hier fehle eine Haltestelle, an der der Ortsteil Wewer und die PESAG- Busse an die Linie der BVO von Paderborn nach Salzkotten angeschlossen werden könnten.

Diese und andere einfache Maßnahmen für einen besseren ÖPNV hat die ÖDP schon mehrfach den anderen Paderborner Parteien , der PESAG und der BVO vorgestellt.
„Wir verstehen nicht, warum solche einfachsten und preiswerten Vorschläge von den Verantwortlichen nicht freudig aufgenommen und umgesetzt werden, um Paderborn noch l(i)ebenswerter zu machen,“ meint Felix Staratschek

Nachtrag: Von Paderborn nach Salzkotten sollten BVO und Padersprinter eine gemeinsame Buslinie über Wewer einrichten. Das brächte für die Fahrgäste viele Vorteile, da Wewer besser an Salzkotten angebunden wäre und das Industriegebiet im Westen Paderborns besser erreichbar wäre und unnötige Parallelfahrten mehrerer Buslinien entfallen. Nach Delbrück wäre so ein Gemeinschaftsverkehr an den Wochenenden und im Spätverkehr sinnvoll, um mehr Fahrten nach Delbrück anbieten zu können. Wenn die Zahl der Busverbindungen von Delbrück nach Paderborn zu diesen Zeiten verdoppelt wird, würde es den Fahrgästen wenig ausmachen, wenn sich die Fahrzeit leicht verlängert, weil der Delbrücker Bus zu diesen Zeiten Elsen mitbedient.

Siehe auch: Liniennetzplan

Antrag auf DB- Haltepunkt „Paderborn-Rosentor“ / Ökologisch Demokratische Partei (ÖDP) „macht Dampf“, 06.01.1991

Der Paderborner Wochenspiegel berichtete am 6. Januar 1991 über einen Bürgerantrag der ÖDP an die Stadt Paderborn.

Die ÖDP will mit einem Antrag bei der Stadt Paderborn und den Ratsparteien Dampf machen. Diese haben für Paderborn die Autobahnen und den Flughafen durchgesetzt. Aber gleichzeitig habe sie immer einen Berg von Ausreden parat, wenn jemand Forderungen nach einem Haltepunkt am Rosentor stellt. Da der Autoverkehr durch seine enorme Zunahme immer mehr die Lebensfähigkeit der Innenstädte erstickt, ist die Bahn als staufreies öffentliches Verkehrsmittel unverzichtbar.

Die ÖDP hat zwei Möglichkeiten für eine Haltestelle am Rosentor skizziert.

Die Variante A ist die platzsparenste Lösung, da diese mit zwei Randbahnsteigen auskommt am am Hauptbahngleis Richtung Paderborn und am Gleis der Sennebahn. Durch Weichen wird der Bahnsteig an der Sennebahn mit dem zweiten Hauptbahngleis verbunden, so dass Nahverkehrszüge nach Altenbeken, Warburg, Höxter, Hameln und Detmold den Bahnsteig erreichen können. Randbahnsteige haben für Fahrgäste den Vorteil, dass diese mindestens einen der Bahnsteige ebenirdig erreichen können. Für Fußgänger, Radfahrer, Kinderwagen, Rollstuhlfahrer und Rollenkoffer sind Rampen vorgesehen, damit die Züge ohne Probleme erreicht werden können.

Falls zwei Bahnsteige nicht reichen, weil man durch eine Verkehrswende wesentlich mehr Zugverkehr anstrebt, kann durch die Variante B Platz für mehr haltende Züge geschaffen werden. Das nördliche Hauptbahngleis wird nach Norden auf die Parkplatzfläche verlegt, damit zwischen den Hauptbahngleisen ein Mittelbahnsteig errichtet werden kann. Bei dieser Lösung kann auf alle zusätzlichen Weichen verzichtet werden.

Durch den Bau von zwei Bahnsteigen mit Regenschutz kann hier eine neue Haltestelle direkt am Anfang der Fußgängerzone geschaffen werden. Sofern die Bahn hier keine Fahrkarten verkaufen will, könnte das Reisebüro in der Leostraße oder ein neues Reisenbüro den Verkauf übernehmen. Der Platzverbrauch der neuen Bahnanlagen ist bei weitem geringer, als der Bedarf an Parkplatzen, der nötig wäre, wenn alle Fahrgäste, die hier künftig ein- und aussteigen mit dem Auto kämen. Überdachte Fahrradständer, Telefonzellen und ein Stadtplan gehören zum Bahnhof dazu. Angesichts der Gelder, die im Paderborner Land immer wieder für den Straßenbau aufgebracht werden, ist es nicht zu verstehen, dass nicht ein kleiner Teil dieses Geldes für den Bau des Haltepunktes am Rosentor verwendet wird.

Mit Worten bekennen sich alle zur Bahn, die ÖDP will endlich einmal Taten sehen. Die täglichen  Bahnfahrten finden selten im Interregio (heute IC/ ICE), dafür meistens im Nahverkehrszug statt. Deshalb ist der Ausbau des Nahverkehrs mindestens genauso wichtig, wie der Schnellbahnbau.

21 Jahre später ist auch diese Haltestelle nicht realisiert.  Nur mal zum Vergleich: Auf einer Innenstadtkarte betrug die Distanz Paderborn Hauptbahnhof – Marienplatz 12 cm, vom Rosentor zum Marienplatz sind es 3,5 cm, vom Haltepunkt Kasseler Tor 8 cm. Zieht man einen Kreis von 3,5 cm um diese Haltestellen, kommt man vom Hauptbahnhof nur bis zur Herz Jesu Kirche am Westernplatz, vom Kasseler Tor nur zu Teilen des Kampes, vom Rosentor aus erreicht man die ganze Innenstadt. Wer aus Richtung Altenbeken nach Paderborn zum Einkaufen will, fährt immer an seinem eigentlichen Ziel, der Innenstadt vorbei und muss vom Hauptbahnhof aus zurücklaufen. Beispiele aus Koblenz und Ludwigshafen zeigen, wie erfolgreich solche neuen Innenstadthaltestellen sein können. Fahrgastzuzwächse machen den ganzen ÖPNV wirtschaftlicher.